2019-11-01T11:47:16+01:00

Unsere Ziele und Aufgaben

Eine Brücke zu bauen zwischen Hörenden und Hörgeschädigten, das wünschen wir uns.
Viel zu oft bleiben die beiden Gruppen von einander getrennt.
Dies zu ändern, ist ein Ziel unseres Vereins „Gebärdensprachfreunde-Sport-Kultur Köthen e.V.“

Wir möchten über die Grenzen von Köthen hinaus aktiv und zu einem Anlaufpunkt für Hörgeschädigte aus der ganzen Region werden.

GEBÄRDENSPRACHFREUNDE-SPORT-KULTUR

Unser Verein pflegt die sportlichen und kulturellen Bereiche.
Im Mittelpunkt steht die Gemeinschaft zwischen Hörgeschädigten und Hörenden.

ALLES ÜBER GEBÄRDENSPRACHE

Gebärdensprache ist die Muttersprache der Gehörlosen.Die Grammatik kommt durch die visuelle Wahrnehmung, über´s Auge. Ebenso kann man durch die Mimik Gefühle und Gebärden erkennen. Da sie die Lautsprache (z.B. Deutsch) nicht übers Gehör aufnehmen können, brauchen sie die Gebärdensprache um Mitteilungen, Meinungen auszudrücken und Erfahrungen auszutauschen.
Durch das Hören entsteht das Sprachgefühl für die Lautsprache und ihre Grammatik ist darauf aufgebaut. Gehörlose besitzen ein anderes Wahrnehmungssystem. Sie denken in Bildern. Mit Hilfe der Gebärdensprache können sie Wissen erwerben. Auch in der Politik, Religion usw. wird gebärdet. Zusätzlich ist es für Gehörlose sehr hilfreich, wenn Hörende, die keine Gebärdensprache können, beim Sprechen große und deutsche Wörter sprechen. Nur so ist es für taube Menschen leichter, von den Lippen abzulesen„Meer“, „mehr“,“Berg“ und „Bär“ scheinen auf den Lippen fast gleich.
Das bedeutet, dass Taube ohne Gebärden nur 20% bis 30% der Informationen mitbekommen. Den Rest müssen Sie durch Logik und Kombination selbst herausfinden. Auf jedem Fall hängt das Verstehen immer vom Mundbild des Sprechenden und von der Fähigkeit des Gehörlosen ab. Ohne Gebärdensprache werden Gehörlose automatisch in die Isolation geführt.

dient dazu, die Schreibweise eines Wortes mit Hilfe der Finger zu buchstabieren.
Das buchstabieren mit den Fingern wird zusätzlich zur Gebärdensprache benutzt, um Namen und Wörter darzustellen, die noch kein Gebärdenzeichen besitzen.

Die Gebärdensprache gab es wahrscheinlich schon immer. Zmindest dort wo Gehörlose waren. Sie bestand aus Zeige- oder Hinweisgebärden, Nachbildungen von Gegenständen oder pantomimischen Nachbildungen von Handlungen. Mit zunehmenden Umfang erhielten die Gebärdenzeichen auch eine strukturierende Abfolge, eine eigene Grammatik. Es gab an mehreren Orten kleine Gruppen von tauben Menschen. Es waren verschiendene Gebärdenzeichen, welche sich nicht wirklich ähnelten, aber der Grundstein war ähnlich. 1550 stabilisierte sich die Entwicklung der Gebärdensprache durch eine pädagogische Betreuung von gehörlosen Kindern. In dem Kloster San Salvador de Ona wurden Kinder von Adligen, von Mönch Pedro Ponce unterrichtet. Die erste öffentliche Schule wurde in Paris 1755 von einem geistlichen Namens Abbé I´Epeé gegründet. Mitte des 18.Jahrhunderts hatte er zwei Gehörlose in der Stadt gesehen, welche sich mit Händen unterhielten. Er merkte schnell, dass diese Sprache die Basis für die Erziehung der gehörlosen Kinder ist. Nach der Gründung der Schule, wurde unter seiner Leitung, aus Straßengebärden mit Hilfe der frz. Grammatik eine ausgebaute Gebärdensprache entwickelt. Fast zur gleichen Zeit wie Abbé´de I´Epeé unterrichtete Samuel Heinicke (1727-1790) in Eppendorf bei Hamburg Gehörlose und gründete die Taubstummen-Anstalt in Leipzig. Er führte den Unterricht in Lautsprache durch. Man nannte seine Unterichtsweise die deutsche Methode. Samuel Heinicke stand mit dem Schulgründer Abbé de I`Epeé in brieflichem Kontakt. Über ihre Unterrichtsmethoden gerieten beide in Streit, da Samuel Heinicke für die orale Unterichtsform und die Anpassung der Gehörlosen mit ihrem gelernten Sprechen an die hörende Umwelt plädierte. De I`Epeé Ziel dagegen, durch die Gebärdensprache die geistige Entwicklung der Gehörlosen zu fördern. Ende des 18.Jahrhunderts gab es dann 21 öffentliche Schulen. Einige davon versuchten tauben Kinder die Lautsprache beizubringen. In den Pausen unterhielten sich die Gehörlosen trotzdem in Gebärdensprache, so war die Schule der Ort, wo sich die Gebärdensprache weiterentwickelte. Anfang des 19.Jahrhunderts kam es in ‚Mode‘ gehörlosen Kindern das Sprechen beizubringen. Die „Oralisten“, welche alle nicht taub waren, bekämpfen die Gebärdensprache mit allen Mitteln. Sie nannten die Gebärdensprache „Affensprache“. 1880 wurde im Mailänder Kongress die Gebärdensprache generell vom Unterricht verboten. Fast alle Schulen und Länder waren von diesem Gebot betroffen. Das Gebärdeverbot dauerte zum Teil bis 1990. Es gab dennoch Anstrengungen die Gebärdensprache gesetzlich zu verankern. Im Juli 2005 wurde sie dann als Minderheitensprache anerkannt und in die Bundesverfassung aufgenommen. Bis heute wird leider noch immer das Wort taubstumm benutzt. Dies ist nicht mehr korrekt. Gehörlose fassen es als Beleidigung auf, wenn sie als Taubstummer bezeichnet werden. Heutzutage werden die Bezeichnungen wie Hörgeschädigte, Gehörloser, gehörlos oder taub benutzt.

Gebärdensprache – die schönste Sprache der Welt.

Auch Musik gehört zum Alltag Gehörloser. Sie wird nicht nur durch fallweise mit Hörhilfe verstärkte Töne, sondern auch durch Vibrationen vor allem von Bässen wahrgenommen. Besonders in Diskotheken, in denen starke Bässe gespielt und somit Vibrationen ausgelöst werden, können Gehörlose diese sehr gut wahrnehmen und dazu tanzen. Bekannte selbst taube Interpreten sind hier zum Beispiel Tobias Krahmer vom Supertalent und die Schlagzeugerin Evelyn Glennie.

Allerdings gibt es nicht nur fühlbare Musik für Gehörlose. Die Gebärdensprache kennt auch das Singen in Gebärden. Dieses unterscheidet sich vom alltäglichen Gebrauch der Gebärdensprache, wie es auch in Lautsprachen sowohl eine Umgangssprache als auch eine lyrische Sprache gibt.

Einen hohen Stellenwert hat in der Gehörlosenkultur der Sport. Hier haben sich Vereine etabliert, deren Mitglieder mit wenigen Ausnahmen sämtlich taub oder hochgradig schwerhörig sind. Durch die eigene, gemeinsame Kommunikationsbasis mit Gebärdensprache lassen sich sowohl in Training als auch Wettkampf das Wissen um die Zusammenhänge vollständiger und beispielsweise auch taktische Signale schneller vermitteln. So haben sich international in vielen Ländern in den größeren Städten und in zahlreichen Sportarten eigene Vereine gebildet, manchmal dabei als eigene Abteilung innerhalb eines „hörenden“ Vereins.

Auf lokaler Ebene erfolgt die Teilnahme an externen sportlichen Wettkämpfen und Spielbetrieben überwiegend durch gleichgestellte Teilnahme an den lokalen Liga-Wettbewerben der „hörenden“ Mannschaften. Diese Teilnahme dient neben dem vereinsinternen Training vor allem der Beibehaltung und Weiterentwicklung der sportlichen Fähigkeiten und Taktiken.

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